Von Wochen zu 10 Minuten: Wie IMS Gear agentenbasierte KI für das Engineering in die Produktion brachte
IMS Gear, ein 160 Jahre alter Automotive-Tier-1, hat auf Synera ein Agenten-Team aufgebaut, das eine Angebotsanfrage (Request for Quotation, RFQ) in 10 Minuten in ein fertiges Angebot verwandelt – ein Prozess, der früher mehrere Wochen dauerte. Das System ist produktiv im Einsatz; bereits über 100 Angebote wurden darüber abgewickelt. Dieser Beitrag zeigt, wie das Engineering-Team das System selbst entwickelt hat, wie es funktioniert und was das für Tier-1-Lieferanten in der Automobilindustrie bedeutet, die sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen wollen.
Lieber das Video? Das vollständige Webinar mit dem IMS-Gear-Engineering-Team ansehen.
Schnelligkeit entscheidet – und der durchschnittliche Lieferant wird langsamer, nicht schneller
Was IMS Gear zum Handeln bewogen hat, zeigt ein Blick in das Center for Automotive Research update 2025 – und wie Automobilzulieferer heute Angebote erstellen:
- Produktprogramme werden kürzer. OEMs bewegen sich von 48–60-Monats-Zyklen in Richtung 24–36 Monate (Microsoft, CES 2026). Wer zu spät anbietet, verliert noch vor Programmstart.
- Das RFQ-Volumen ist um 62 % gestiegen. Der durchschnittliche Lieferant bearbeitet heute über 800 Angebotsanfragen pro Jahr – gegenüber 495 vor zwei Jahrzehnten.
- Die Zeit pro RFQ ist ebenfalls gestiegen. Von 134 Stunden im Jahr 2002 auf 157 Stunden im Jahr 2025.
- Höhere Trefferquoten – aber nicht durch Effizienz. CAR kommt zu dem Schluss, dass die Gewinne auf mehr Stunden pro RFQ, mehr Personen pro Angebot und mehr organisatorischen Aufwand zurückzuführen sind.
- Wissen verlässt das Unternehmen. Fast 90 % der Lieferanten gaben an, dass Mitarbeiterfluktuation, Pensionierungen und Versetzungen die Qualität und Schnelligkeit ihrer Angebotserstellungen beeinträchtigen. Das Know-how für gute Angebote steckt in wenigen Experten – nicht in Prozessen.
Der Angebotsprozess bei IMS Gear lief über das, was Dr. Jens Fechler, Leiter Forschung und Entwicklung (F&E), als „Unternehmen im Unternehmen" bezeichnet: eine Metallabteilung, eine Kunststoffabteilung und eine Industrieabteilung, die nacheinander an ihrem Teil des Angebots arbeiteten. Das bedeutete: Ingenieure tippten Zahlen von einem Tool in das nächste, schickten PDFs von Tisch zu Tisch und warteten wochenlang darauf, dass die vorherige Abteilung fertig wurde.
Wir wollten Angebote schneller an die Kunden liefern – nicht in Wochen.
Dr. Jens Fechler, Head of R&D, IMS Gear
IMS Gear handelte, während die Branche noch Pilotprojekte plante
Die CAR-Studie 2025 ergab, dass die meisten Automobilzulieferer KI noch nicht im Angebotsprozess einsetzen – obwohl viele in den nächsten zwölf Monaten Pilotprojekte planen.
Wir hatten Synera bereits in einem anderen Engineering-Projekt eingesetzt. Als agentische KI einsatzbereit war, haben wir sofort gehandelt – als eines der ersten Unternehmen, das sie in die Produktion gebracht hat.
Dr. Jens Fechler, Head of R&D, IMS Gear
Als agentische KI für das Engineering einsatzbereit wurde, gehörte IMS Gear zu den ersten Synera-Kunden, die darauf aufgebaut haben – und brach damit mit dem, was die Branche von einem 106 Jahre alten Hersteller von Zahnrädern und Stellantrieben erwartete.
Ein Supervisor-Agent und drei Domänen-Agenten: Der komplette Angebotsprozess in 10 Minuten
Das System, das IMS Gears Engineering-Team für den RFQ-to-Quote-Prozess entwickelt hat, ist ein Team spezialisierter Agenten, die von einem Supervisor koordiniert werden – aufgebaut in drei Schichten:

- Datenschicht: Ein Agent nimmt die eingehenden PDF- und CAD-Dateien entgegen, klassifiziert sie und lädt sie in das Product-Data-Management-System (PDM-System).
- Workflow-Schicht: Regelbasierte Engineering-Workflows interpretieren die Daten anhand der IMS-Gear-eigenen Tabellen, die auf einem über Jahre verfeinerten internen Algorithmus basieren.
- Agentenschicht: Ein Supervisor leitet jede Anfrage an den zuständigen Domänen-Agenten (Kunststoff, Metall oder Industrial) weiter. Dieser klärt einige Details mit dem Ingenieur und fasst das Ergebnis im bewährten Kalkulationsblatt von IMS Gear zusammen.
Das System in vier Iterationen: IMS Gears Ingenieure haben es selbst gebaut
Das Engineering-Team hat das System selbst aufgebaut und validiert, dann Iteration für Iteration nachgeschärft – mit der vierten Iteration in den produktiven Einsatz gegangen:
- Den RFQ manuell durchführen.
- Durch das System laufen lassen.
- Die Zahlen vergleichen.
- Die Regeln nachschärfen.
- Erneut prüfen – um sicherzustellen, dass jedes in einer früheren Iteration korrekte Ergebnis auch in der nächsten korrekt bleibt.
Das Engineering-Team von IMS Gear startete mit der Kunststoffabteilung, die den Großteil des IMS-Gear-Geschäfts ausmacht. Metall und Industrial folgen – mit Anbindung des Kalkulationstools per API.
Wir mussten kaum etwas am Prozess ändern. Wir haben einfach Synera und die Agenten-Koordination genutzt, um alles miteinander zu verbinden.
Eric Stähle, Development Engineer, IMS Gear
Synera hat sich direkt mit den bestehenden Tools von IMS Gear verbunden: CAD, PDM, Kalkulationsblätter, Kalkulationstool. Das bedeutete: keine neue Plattform, auf die migriert werden musste, und keine Datenmigration, die zusätzlich zu den laufenden Engineering- und Business-Herausforderungen zu bewältigen gewesen wäre.
Was sich verändert hat: Von Wochen zu Minuten, 99 % schnellere Prozesse – und Ingenieure wieder in der Entscheidungsrolle
Am Anfang brauchte ich zwei meiner Ingenieure für die Angebotsbearbeitung. Heute schafft das einer – mit demselben Angebotsvolumen und sogar noch schneller.
Dr. Jens Fechler, Head of R&D, IMS Gear
Wir haben die Ingenieure wieder in die Entscheidungsrolle zurückgebracht. Die Ingenieure haben viel von dem geleistet, was wir Fleißarbeit nennen – Daten von einem Tool ins andere übertragen.
Dr. Jens Fechler, Head of R&D, IMS Gear
3 Lektionen für Hardwarehersteller: Was andere aus dem Weg von IMS Gear mitnehmen können
Schauen Sie, womit IMS Gear gestartet ist: CAD-Modelle, Zeichnungen, Kalkulationsregeln und ein über Jahre gewachsener Engineering-Tool-Stack. Die meisten Automobilzulieferer haben dasselbe. Genauso die meisten Hersteller aus der Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Industrie. Die Entscheidung, den Schritt zu machen, ist das, was den Lieferanten, der in 10 Minuten anbietet, von dem unterscheidet, der noch in 10 Tagen anbietet.
Was der Weg von IMS Gear konkret zeigt:
- PZuerst einen kritischen Business-Case auswählen: Einen Prozess mit hohem Volumen und wiederholbaren Regeln wählen, der direkt mit Umsatz verbunden ist. Bewährte Einstiegsanwendungen sind: RFQ-to-Quote, Design-to-Cost, Simulationsvorbereitung, Konzeptbewertung und Fertigungsmachbarkeit.
- Eine Abteilung nach der anderen: IMS Gear startete mit Kunststoff – dem Kerngeschäft. Metall und Industrial folgten. Das sorgt für eine einfachere Einführung, schnellere Iterationen und ein tragfähigeres Fundament, auf dem der Rest der Organisation aufbauen kann.
- Standardisieren, bevor man automatisiert: Regelbasierte Workflows stellen sicher, dass Engineering-Teams ein Ergebnis erhalten, hinter dem sie ihren Namen setzen können. Das LLM interpretiert – die Regeln entscheiden.
Im Moment schaut das gesamte Unternehmen auf uns – wie wir auch andere Themen und andere Prozesse im Unternehmen verbessern können.
Dr. Jens Fechler, Head of R&D, IMS Gear
Die Kunststoffabteilung war der Proof of Concept. Der Rest des Unternehmens ist der Plan.
Starten Sie dort, wo IMS Gear gestartet hat
Zwei Wege, um jetzt zu starten:
- 7-minütige On-Demand-Demo ansehen – agentenbasierte KI für das Engineering live erleben
- Synera Value Assessment durchführen – den Use Case mit dem höchsten Potenzial in Ihrer Organisation identifizieren




